Lesen ist Kino im Kopf

Leises Tuscheln erfüllt die Bibliothek der Gesamtschule Wulfen. Sechstklässler sitzen ungeduldig auf ihren Stühlen. Sie warten darauf, endlich nach vorn zu gehen und ihr Lesetalent unter Beweis zu stellen. Die Möglichkeit dazu hatten sie beim diesjährigen Vorlesewettbewerb. Im Vorfeld hatten sie sich als jeweilige Klassensieger durchsetzen können. „Bücher gibt es für jeden Geschmack und zu allen Themen. Ob Spannung, Unterhaltung, Wissen: Lesen ist Kino im Kopf und eine Reise in fremde Welten. Unser Vorlesewettbewerb bietet die Gelegenheit, die eigene Lieblingsgeschichte vorzustellen und jede Menge neue Bücher zu entdecken“, sagt Schulleiter Hermann Twittenhoff.

Nachdem die Deutschlehrerin Viktoria Overfeld die Schüler und ihre Unterstützer, jeweils drei oder vier Mitschüler der eigenen Klasse, begrüßt hat, geht es endlich los. Nacheinander setzen sich die Kinder an einen Tisch, um dort erst ihre Wahllektüre, das ist eine selbstgewählte und eingeübte Textstelle, dann den Pflichttext aus „Die unglaubliche Geschichte der Lavinia, Bianca Pitzorno“ vorzulesen. Dafür haben sie jeweils bis zu fünf Minuten Zeit. Gerade noch nervös mit den Füßen getrappelt, jetzt hoch konzentriert. Fast regungslos sitzen die Kinder vor ihren Büchern. Nur die Lippen bewegen sich. Manchmal auch der Zeigefinger, um bloß nicht in der Zeile zu verrutschen. Nachdem alle Schüler vorgelesen haben, bewertet die vierköpfige Jury, bestehend aus Rainer Westfale, Svenja Kontlage, Beate Mast und Vorjahressiegerin Alena, die Vorträge. Kriterien sind Lesetechnik, Gestaltung und Textauswahl. „Bücher eröffnen einem eine riesige, große Welt, ohne die das Leben ärmer wäre. Darum ist das Lesen oder Vorlesen so wichtig, so schön und so unterhaltsam“, meint Viktoria Overfeld.

Die Entscheidung fällt knapp aus. Doch bei der diesjährigen Siegerin Lena Parys habe alles gestimmt, sagt Viktoria Overfeld weiter. Weitere Platzierungen sind auf Rang 2 Helena Reul, gefolgt von Jamayn Miah auf Platz 3.