Drei Tage Berufsorientierung: GSW entdeckt Ausbildungswelten im Gewerbegebiet Köhl

Für rund 180 Neuntklässler der Gesamtschule Wulfen fand der Unterricht in dieser Woche nicht wie gewohnt im Klassenzimmer statt. Stattdessen öffneten zahlreiche Unternehmen im Gewerbegebiet Köhl ihre Türen für die Aktion „Deine Chance – Deine Zukunft! Ausbildung im Köhl“ und ermöglichten den Jugendlichen intensive Einblicke in echte Arbeitsprozesse. Was im vergangenen Jahr als neues Format gestartet war, hat sich inzwischen als besonders wertvoll erwiesen: Die Kooperation zwischen der Gesamtschule Wulfen, regionalen Betrieben, der Agentur für Arbeit Dorsten und der Wirtschaftsförderung Windor schafft direkte Begegnungen zwischen Jugendlichen und potenziellen Ausbildungsbetrieben. „Nur wer Arbeitsabläufe selbst erlebt, kann herausfinden, welcher Beruf wirklich passt“, betont Arno Schade von Windor. In Betrieben wie Kettler konnten die Schüler hautnah miterleben, wie aus einfachem Kunststoffgranulat präzise gefertigte Rohre entstehen. Unter fachkundiger Anleitung arbeiteten sie an modernen Maschinen und erfuhren, wie Techniken der Zerspanung oder der Rohrproduktion angewendet werden. Im Metallwerk Franz Kleinken durften die Jugendlichen den kompletten Gießprozess verfolgen. Ein beeindruckendes Erlebnis, das ansonsten nur Auszubildenden vorbehalten ist. Die Ausbilder nahmen sich viel Zeit für Erklärungen und zeigten den Jugendlichen anschaulich, wie anspruchsvoll solche Verfahren sind. Neben den Jugendlichen profitieren auch die teilnehmenden Unternehmen deutlich von der Aktion. Jörg Meyer, Geschäftsführer des Metallwerks Franz Kleinken, lobt das Engagement: „Die jungen Leute sind aufmerksam, neugierig und stellen Fragen. Für uns ist das eine großartige Gelegenheit, Berufe authentisch vorzustellen.“ Auch Thomas Mensmann von M4 Baulogistik sieht klare Vorteile: „Die Schüler bekommen ein realistisches Bild von unseren Tätigkeiten. Viele wissen vorher gar nicht, was unser Unternehmen eigentlich macht.“ Die Resonanz fällt sowohl auf Schülerseite als auch bei den Betrieben ausgesprochen positiv aus. Einige Jugendliche konnten sich schon unmittelbar nach den Besuchstagen Praktikumsplätze sichern und möchten ihren Wunschberuf nun vertiefend kennenlernen. Für Schulleiter Hermann Twittenhoff ist genau das ein zentraler Erfolg: „Unsere Schüler brauchen greifbare Erfahrungen. Nur so entstehen neue Perspektiven und echte Motivation.“ Das Projekt soll keinesfalls eine einmalige Aktion bleiben. Alle Partner streben an, „Deine Chance – Deine Zukunft! Ausbildung im Köhl“ als festen Bestandteil der regionalen Berufsorientierung zu etablieren. „Wir wollen, dass daraus ein dauerhaftes Angebot entsteht, bei dem Schüler und Unternehmen gleichermaßen profitieren“, fasst Arno Schade zusammen. Die Gesamtschule Wulfen freut sich über die gelungene Zusammenarbeit und plant bereits weitere Schritte, um die Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft kontinuierlich zu stärken.

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