Geschichte einmal anders: Mobiler Escape Room vermittelt NS-Zeit hautnah

Einen Geschichtsunterricht der besonderen Art erlebten die Zehntklässler der Gesamtschule Wulfen, als sie in kleinen Teams einen abgedunkelten Raum betraten, der an eine Szene aus den frühen 1940er-Jahren erinnerte. Ihre Aufgabe: Die verborgenen Flugblätter finden! Nach einer kurzen Einführung tauchten die Schülerinnen und Schüler in eine detailreich gestaltete Umgebung ein – ausgestattet mit Schreibmaschine, Diaprojektor und historischen Fotografien. Geräusche von Schritten und leisen Stimmen sorgten für zusätzliche Spannung. Als Pfadfinder ins Jahr 1941 versetzt, sollten sie eine geheime Mission erfüllen: die Suche nach Flugblättern mit Auszügen aus einer regimekritischen Predigt des münsterschen Kardinals von Galen. Während die Zeit unaufhaltsam verstrich und die Rückkehr der Geheimpolizei jederzeit drohte, galt es, innerhalb von 45 Minuten Hinweise zu entschlüsseln, Rätsel zu lösen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen – darunter die zentrale Frage, ob die Schriften veröffentlicht oder vernichtet werden sollten. „In der anschließenden Diskussion zeigte sich deutlich: Zivilcourage ist nicht nur ein Thema der NS-Zeit. Auch heute braucht es Mut, sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen“, betonte Schulleiter Hermann Twittenhoff. Kulturbeauftragte Katrin Block erklärte das Prinzip: „Ein Escape Room ist ein geschlossener Erlebnisraum, in dem eine Gruppe mithilfe von Rätseln, Gegenständen und kombinatorischem Denken ein gemeinsames Ziel erreichen muss. Teamarbeit steht dabei im Mittelpunkt.“ Der mobile Escape Room „Der Löwe von Münster“ wurde von einem Team um Matthias Hecking und Winfried Hachmann in Kooperation mit dem Bistum Münster entwickelt. An der Gesamtschule Wulfen konnte das Projekt dank der Unterstützung des Programms Kulturagenten für kreative Schulen NRW umgesetzt werden.

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