Kunst, Vielfalt und ein gemeinsames Miteinander

Designbar der Gesamtschule Wulfen gestaltet „Coexist“-Graffiti für das Jüdische Museum Westfalen

Am Dienstag, den 15. September 2026, wurde im Garten des Jüdischen Museums Westfalen das neue „Coexist“-Graffiti der Gesamtschule Wulfen feierlich eröffnet. Das Kunstwerk entstand im Auftrag des Jüdischen Museums Westfalen und wurde von der Designbar der Gesamtschule Wulfen konzipiert und umgesetzt.

Die Designbar ist ein Ergänzungskurs des 10. Jahrgangs unter der Leitung von Tanja van der Schors und Martin Reuer. Die Schüler*innen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Bereichen der Gestaltung und setzen ihre Ideen in eigenen Projekten praktisch um. Neben kleineren Projekten für die Gesamtschule Wulfen freut sich die Designbar auch über Aufträge aus dem öffentlichen Raum.

Coexistenz – nicht nur als gesellschaftlicher Gedanke

Ausgangspunkt für das aktuelle Projekt war das Logo „Coexist“. Vor der praktischen Umsetzung setzten sich die Schüler*innen intensiv mit dessen Bedeutung auseinander. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen nach einem respektvollen und wertschätzenden Zusammenleben sowie nach der Coexistenz verschiedener Religionen, Geschlechter und Meinungen.

Die Schüler*innen gingen mit dem Begriff jedoch noch einen Schritt weiter und übertrugen ihn auf die Kunst: Auch unterschiedliche Kunstrichtungen können nebeneinander existieren, sich ergänzen und gemeinsam etwas Neues entstehen lassen.

Für die Gestaltung fiel die Wahl deshalb auf einen Stilmix aus Stencil Art und Doodle Art. Die Inhalte und Symbole des „Coexist“-Logos wurden einerseits mit der Sprühdose umgesetzt, andererseits durch handgezeichnete Elemente ergänzt. So treffen präzise grafische Formen auf spontane, verspielte Zeichnungen.

Entstanden ist ein lebendiges Werk aus Schriften, Symbolen und Farben, in dem unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen zu einem gemeinsamen Gesamtbild verschmelzen.

Damit wird die Gestaltung selbst zur Botschaft des Kunstwerks: Unterschiedlichkeit muss kein Gegensatz sein. Sie kann sich ergänzen und gemeinsam etwas Besonderes schaffen.

Von der Schule in den öffentlichen Raum

Für die Schüler*innen der Designbar war das Projekt eine besondere Gelegenheit, einen eigenen Entwurf für einen außerschulischen Auftrag zu entwickeln und anschließend tatsächlich im öffentlichen Raum umzusetzen. Von der ersten Auseinandersetzung mit dem Thema über die Ideenentwicklung und Gestaltung bis hin zum Sprayen an der Wand waren die Jugendlichen aktiv am gesamten Prozess beteiligt.

„Für uns war es spannend, den Gedanken von ‚Coexist‘ nicht nur auf Religionen, Geschlechter und Meinungen zu beziehen, sondern auch auf die Kunst selbst“, erklären die beteiligten Schüler*innen. „Stencil und Doodle sind ganz unterschiedliche Stile – und trotzdem funktioniert beides zusammen.“

Das Graffiti befindet sich nun dauerhaft im Garten des Jüdischen Museums Westfalen. An diesem besonderen Ort verbindet es Kunst, Erinnerung, gesellschaftlichen Dialog und die Auseinandersetzung mit Vielfalt.

Finanziell ermöglicht wurde das Projekt mit Mitteln der Veranstaltungsreihe „Brückenschlag“.

Die Designbar der Gesamtschule Wulfen freut sich über das gelungene Ergebnis und darauf, auch zukünftig kreative Aufträge im öffentlichen Raum umzusetzen.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner