Klimaschutz verbindet Kulturen

Künstler aus Zimbabwe begeistern an der GSW

Bereits zum dritten Mal war die Gesamtschule Wulfen Gastgeber der Kinderkulturkarawane und setzte damit ein deutliches Zeichen für kulturellen Austausch und globales Lernen. Nach Begegnungen mit jungen Künstlern aus Indien und Peru begrüßte die Schule nun eine Gruppe der Inkululeko Yabatsha School of Arts (IYASA) aus Zimbabwe. In der Woche vor den Sommerferien erlebten die Klassen des 7. Jahrgangs eindrucksvoll, wie Theater, Musik und Tanz Menschen über Ländergrenzen hinweg miteinander verbinden können.

Fünf junge Künstler aus Zimbabwe und ihr Gruppenleiter Innocent Dube präsentierten unter anderem im Forum der Schule das einstündige Theaterstück „Climate of Change“. Im Mittelpunkt der Handlung stand ein Dorf, das sich von vermeintlich großzügigen Investoren wirtschaftlichen Aufschwung verspricht. Die Hoffnungen weichen jedoch schnell der Ernüchterung: Die Bodenschätze werden ausgebeutet, das Trinkwasser verschmutzt und die Lebensgrundlage der Menschen zerstört. Mit ausdrucksstarkem Tanz, eindrucksvollem Schauspiel, mehrstimmigem Gesang und mitreißender Musik vermittelte die Gruppe die Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel auf eindrucksvolle Weise.

„Internationale Begegnungen wie diese eröffnen unseren Jugendlichen neue Perspektiven. Sie erleben, dass globale Herausforderungen Menschen auf der ganzen Welt betreffen und dass gegenseitiges Verständnis, Kreativität und Zusammenarbeit wichtige Voraussetzungen sind, um Lösungen zu entwickeln“, betonte Schulleiter Hermann Twittenhoff.

Im Anschluss an die Aufführung nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, mit den Gästen aus Zimbabwe ins Gespräch zu kommen. Dabei interessierten sie sich nicht nur für das Leben in dem südafrikanischen Land, sondern auch für die Auswirkungen des Klimawandels, die im Theaterstück thematisiert wurden. Die Gespräche bildeten zugleich den Auftakt für eine intensive Workshop-Woche.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit stand das Nachhaltigkeitsziel 13 der Vereinten Nationen, das Maßnahmen zum Klimaschutz in den Fokus rückt. Die Kulturklasse des 7. Jahrgangs hatte sich bereits im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt und ein eigenes Video entwickelt, in dem Ideen für mehr Klimaschutz vorgestellt wurden. Während der Workshops arbeiteten die Jugendlichen anschließend gemeinsam mit den Künstlern von IYASA nach dem Peer-to-Peer-Prinzip an einer eigenen Performance. Das Ergebnis wurde auf dem Schulhof vor Mitschülern präsentiert.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell durch Musik, Bewegung und Theater Sprachbarrieren überwunden werden. Die Jugendlichen begegnen sich auf Augenhöhe, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam kreative Ideen für eine nachhaltigere Zukunft. Genau diese Erfahrungen machen die Kinderkulturkarawane so wertvoll“, sagte die das Projekt begleitende Kunstlehrerin Beatrice Schladebach.

Seit 2024 baut die Gesamtschule Wulfen den interkulturellen Austausch mit jungen Menschen aus dem Globalen Süden kontinuierlich aus. Der Besuch von IYASA erfolgt im Rahmen des Projekts „Kinderkulturkarawane“, das von Kreativ Global III, Equalita, der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie dem Arbeitskreis Jugend e. V. Dorsten unterstützt wird.

Die Inkululeko Yabatsha School of Arts, kurz IYASA, zählt zu den renommiertesten Ausbildungsstätten für darstellende Künste in Zimbabwe. Die 2001 von Innocent Dube gegründete Einrichtung fördert junge Talente in den Bereichen Musik, Tanz, Theater und Dichtung. Durch internationale Austauschprogramme, Workshops und gemeinsame Produktionen schafft IYASA Begegnungen zwischen jungen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und setzt sich zugleich für gesellschaftlich relevante Themen wie Umwelt, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit ein.

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