Umweltschutz ist Menschenschutz

GSW-Schüler fragen sich: Wie können wir weltweit das Wasser gerechter teilen?

„Süßwasser nutzen wir zum Kochen, Putzen, Duschen und Waschen. Doch nicht nur im Haushalt wird Wasser gebraucht. Auch die Produkte, die wir täglich konsumieren, benötigen in ihrem Herstellungsprozess Wasser. Diese zunächst für uns nicht sichtbare Wassermenge wird virtuelles Wasser genannt“, sagt Hermann Twittenhoff, Leiter der Gesamtschule Wulfen. Für 160 Schüler des 7. Jahrgangs gibt es nun einen Workshop zu der Frage: Wie setzt sich das virtuelle Wasser zusammen?

„Die Produktion unserer Konsumgüter ist oftmals sehr wasserintensiv, was eine Beanspruchung der lokalen oder globalen Wasserressourcen zur Folge hat. Mit unseren Kaufentscheidungen nehmen wir Einfluss auf die weltweiten Folgen dieses Wasserkonsums. Das Konzept ‚Virtuelles Wasser‘ macht die Wassermenge für die Herstellung von Produkten transparent“, erklärt Frank Berghaus, Lehrer für Naturwissenschaften und Begleiter dieses Projekts. „In Zeiten des Klimawandels muss es auch im Hinblick auf unsere Lebensgrundlage Wasser ein Umdenken geben. Die freie Verfügbarkeit von Wasser, insbesondere von Trinkwasser, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Weltweit breiten sich Wüsten stärker aus, Menschen müssen ihre Heimat aufgrund von Wassermangel verlassen und Industrienationen verbrauchen gleichzeitig immer mehr dieser wertvollen Ressource“, meint Björn Malcher von der Sparkasse VestRecklinghausen, die diese Fortbildung großzügig sponsert. Umweltschutz sei in diesem Zusammenhang auch Menschenschutz, die weltweite Vernetzung von Lebensräumen bedinge ein globales Handeln, um dieWasservorräte zu schützen. 

Virtuelles Wasser beschreibt die Menge an Wasser, die zur Herstellung eines Produktes verbraucht wird. Nur ein sehr geringer Teil davon ist im Produkt selbst gespeichert. Der größte Teil des Wassers wird für die Erzeugung der Rohstoffe, deren Verarbeitung, für den Transport, die Industrieanlagen und die Verpackung des Produktes verbraucht. Ein Beispiel: Zur Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch werden etwa 16.000 Liter Wasser verbraucht. Berechnet werden neben dem Wasser zum Tränken der Tiere beispielweise auch das Wasser, das beim Anbau der Futtermittel für die Rinder verbraucht wird. Neben Nahrungsmitteln ist vor allem die Baumwolle für Bekleidung im Anbau sehr wasserintensiv. Allein der Anbau der Menge, die für ein T-Shirt benötigt wird, verschlingt durchschnittlich 2.700 Liter Wasser. „Damit ist das T-Shirt aber noch längst nicht fertig produziert. Es wird Wasser zur Reinigung der Baumwolle und der aus ihr entstehenden Stoffe zur Fertigung der Farben für die Baumwolle und so weiter gebraucht. So kann der Verbrauch in einigen Fällen auchauf 15.000 Liter ansteigen“, erklärt Frank Berghaus und weiter: Werde das virtuelle Wasser berechnet, verbraucheder Deutsche pro Tag knapp 4.000 Liter Wasser, ein gewaltiger Unterschied zu den 123 Litern "sichtbaren" Wassers. Andere Schätzungen gingen sogar von 5.300 Litern aus.

So verstecken sich in einem Hamburger 2.400 Liter, in einem T-Shirt sogar 4.100 L virtuelles Wasser. „Das Projekt soll das ökologische Wissen der Schüler fördern, Zusammenhänge erfahrbar machen und Handlungsoptionen aufzeigen, um verantwortungsbewusst mit dem Lebensmittel Wasser umzugehen“, so Schulleiter Hermann Twittenhoff.

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