Geschichtsunterricht der anderen Art: Mobiler Escape Room über den Nationalsozialismus

In Kleingruppen betraten die Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Wulfen den abgedunkelten Raum. Ihre Mission lautete: Findet die Flugblätter! Nach einer Einführung durch den Spielleiter Matthias Hecking bewegten sich die Schüler in einer originalgetreuen Kulisse: ein Raum mit Schreibmaschine, Diaprojektor und Bildern an den Wänden. Schritte und Stimmengemurmel drangen in den Raum. In die Rolle von Pfadfindern geschlüpft wurden sie in das Jahr 1941 versetzt, um eine geheime Aktion durchzuführen: Es ging um das Auffinden von Flugblättern einer gegen das damalige Naziregime gerichteten Predigt des Kardinal von Galen aus Münster. Die Zeit drängte. Jeden Moment könnte die Geheimpolizei zurückkommen. Teamgeist war gefragt, um in den 45 Minuten die verschiedenen Rätsel zu entschlüsseln. Und am Ende stand die schwierige Entscheidung, was mit diesen Schriften wohl passieren soll: Veröffentlichen oder vernichten? „In der abschließenden Diskussion wurde klar: Zivilcourage brauchte man nicht nur in der NS-Zeit, auch im täglichen Zusammenleben gilt es, Mut zu zeigen, wenn anderen Unrecht geschieht“, so Schulleiter Hermann Twittenhoff.
„Ein Escape Room („Fluchtraum“) ist ein Raum, in dem eine Gruppe von Spielern Rätselaufgaben lösen muss, um innerhalb einer vorgegebenen Zeit gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Das Ziel kann darin bestehen, dem Raum zu „entkommen“ oder eine gemeinsame Aufgabe zu lösen. Das Auffinden und Kombinieren von Hinweisen und Gegenständen, Rätselknacken sowie gutes Teamwork bringt die Gruppe voran“, sagte die Initiatorin und Kulturbeauftragte der GSW Katrin Block. Der Escape Room „Der Löwe von Münster“ wurde von Matthias Hecking und Winfried Hachmann in Zusammenarbeit mit dem Bistum Münster entwickelt. Das Projekt an der Gesamtschule Wulfen konnte durch die Unterstützung des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“ realisiert werden.