Eine gute Geschichte ist nie langweilig

Märchenhafter Unterricht für junge Schüler der GSW

Der 5. Jahrgang der Gesamtschule Wulfen erlebte märchenhaft schöne Unterrichtsstunde. „André Wülfing, Geschichtenerzähler, Schauspieler und Regisseur am Consol Theater in Gelsenkirchen, war zu Gast in der Gesamtschule Wulfen“, freute sich Schulleiter Hermann Twittenhoff über den redegewandten Besucher. In drei einstündigen Veranstaltungen erzählte er den insgesamt 180 Fünftklässlern in den Räumlichkeiten der BiBi am See Märchen aus aller Welt.

Während der Schwerpunkt im Rahmen des Unterrichts auf einer Auseinandersetzung mit den klassischen Märchen lag, zog Andre Wülfing die Schüler mit Märchen von klugen Königen, noch klügeren Prinzessinnen und allerklügsten anderen Helden und Heldinnen in den Bann. „Hier hören wir Bekanntes der Grimmschen Brüder genau so wie Seltenes aus zahlreichen Kulturen unserer Welt – immer auf der Spur nach dem Besonderen an unseren Hauptfiguren“, sagte die Kulturbeauftragte Katrin Block, die diese Vorstellungen für die Gesamtschule Wulfen geplant und einen Kooperationsvertrag mit dem Künstler geschlossen hatte.

André Wülfing erzählt immer sehr lebendig und bezieht die Schüler mit ein; sie ergänzen dann oder zitieren mit. Er liest nie ab, sondern erzählt die Märchen frei mit unglaublicher Intonation "Eine gute Geschichte mag von langer oder kurzer Weile sein - nie aber von Langeweile, immer von Kurzweil“, ergänzt Katrin Block. Inzwischen gilt Andre Wülfing mit seinen frei erzählten, literarischen, gelesenen oder rezitierten Programmen für Kinder und Erwachsene als „Geschichtenerzähler auf Consol“. Er freut sich über ein stetig wachsendes Stammpublikum und wird inzwischen deutschland­weit eingeladen.

Mit Abfall Leben retten

Gesamtschüler sammeln 12.800 Deckel

Das Recycling von hochwertigen Kunststoff­verschlüssen bringt Geld. Geld, das die Klasse 7.2 der Gesamtschule Wulfen in Form von Kunst­stoffdeckeln zur Bekämpfung der Kinderlähmung sammelt. „12.800 Kunststoffdeckel von PET-Flaschen, Saft- und Milchtüten haben sie bereits zusammengetragen, 5.800 kamen allein von Jannis Sieke, der dafür einen Klassenpokal erhielt“, freut sich Schulleiter Hermann Twittenhoff. Die Deckel werden nun weitergeleitet an den Verein „Deckel drauf“.

Die Idee hinter dem vom Rotary-Club gegründeten Verein ist einfach: Pfand kann auch ohne Deckel abgegeben werden. Durch das Sammeln, Einschmelzen und den anschließenden Verkauf des hochwertigen recyclingfähigen Materials Polyethylen oder Polypropylen werden Schluckimpfungen gegen Polio finanziert. 500 Deckel wiegen etwa ein Kilogramm und finanzieren eine Impfung in Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Ziel der Aktion ist es, die Kinderlähmung weltweit auszurotten. „Unsere Kinder bekommen vermittelt, wie leicht es ist, anderen zu helfen“, erklärt Klassenlehrerin Tanja van der Schors die Beweggründe. „Auf jeden Fall machen wir weiter.“

Polio ist die Abkürzung für Poliomyelitis, eine durch Polioviren hervorgerufene Infektionskrankheit. Die im Deutschen als Kinderlähmung bezeichnete Erkran­kung führt von Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod. In Deutschland gilt Polio als ausgerottet, weltweit gibt es jedoch noch drei Länder, in denen die Krankheit auftritt. Die Ursache der Poliomyelitis, die Polioviren, können bisher nur durch Impfungen eingedämmt werden.