Lebenswert bis zum Ende

Der Künstler und Buchautor Dada Peng  zeigt bei seinen Konzertlesungen seine Erfahrungen mit dem Hospiz. Mit Jugendlichen in Schulen diskutiert der Dortmunder über Sterben und Tod. Die Klasse 10.6 war mit Herrn Thieme, Herrn Reuer und Frau Hermes live mit dabei. Mal schauen ob unsere Schüler/innen und Lehrer/innen auch zu Wort kommen. Ausgestrahlt wird die Sendung am 20.10.2018.
 

Im TV: ZDF, 20.10.2018, 17:35 – 18:05
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Willkommen in der Welt von Tintenherz

GSW-Schüler besuchen Theater Marl

„All’ unsere Schüler haben in ihrer Schullaufbahn Zugang zu Inhalten und Projekten kultureller Bildung“, sagt Hermann Twittenhoff, Leiter der Gesamtschule Wulfen. Deshalb besuchten die sechs Klassen des 6. Jahrgangs, das sind 160 Schüler und 12 Lehrer, das Theater Marl, um sich dort das Schauspiel “Tintenherz” nach der Erzählung von  Cornelia Funke anzuschauen.

In Meggies Leben dreht sich alles um die fabelhafte Welt der Bücher. Das hat sie von ihrem Vater Mo, der Bücher über alles liebt. Aber warum nur wollte er Meggie nie vorlesen? Als eines Nachts ein seltsamer Mann namens Staubfinger auftaucht und Mo vor dem gefährlichen Capricorn warnt, beginnt für Meggie und Mo eine unglaubliche Flucht. Gemeinsam mit Staubfinger und Meggies verrückter Großtante müssen sie sich vor immer neuen Gestalten verstecken, die beinahe zu skurril sind, um wahr zu sein. Und alle sind sie auf der Suche nach Mo und einem Buch: „Tintenherz“.

Cornelia Funke, die schon oft zu Gast war in der Gesamtschule Wulfen, hat mit „Tintenherz“ eine bezaubernde Liebeserklärung an das Medium Buch erschaffen. Die Bühnenfassung entführt in eine sagenhafte Fantasiewelt, in der Figuren aus Büchern herausgelesen und zum Leben erweckt werden. „Genau dieses Thema spricht Jugendliche im Alter von 11 und 12 Jahren an und machte die Veranstaltung für unsere Schüler zu einem Erfolg“, sagte die Initiatorin  Katrin Block, die auch die Kulturbeauftragte der Gesamtschule Wulfen ist. Dieses Projekt finanzieren die „Kulturagenten für kreative Schulen“.

Jugendkulturpreis NRW

Gesamtschule Wulfen mit zwei Beiträgen dabei

Vor frenetisch applaudierenden Kindern und Jugendlichen hat NRW-Jugendminister Joachim Stamp in Neuss herausragende Projekte der Kinder- und Jugendkulturarbeit ausgezeichnet. Die Verleihung der Kinder- und Jugendkulturpreise bildet traditionell den Höhepunkt des Jugendkulturfestivals „SEE YOU“, das seit 1990 alle zwei Jahre in wechselnden Städten durchgeführt wird. „Aus Dorsten wurden zwei Beiträge in Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Wulfen eingereicht“, sagte Schulleiter Hermann Twittenhoff.

Bei dem Kulturagentenprojekt „Kunst und Klimaschutz – Wildpflanzen werden zu Kunstwerken und Energie­lieferanten“ treffen Kreativität und Innovation aufeinander. Zweimal hat der Berliner Künstler Franz John mit Schülern aus der 8. und 9. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Wulfen geforscht. Sieben Klassen aus den Fachbereichen Chemie, Kunst, Darstellen und Gestalten waren bislang beteiligt. Nach der Sammlung von Wildpflanzen in der Schulumgebung wurde aus Holunderbeere, Schlehe und Malve Pflanzensaft gewonnen. Auf Objektträger aufgetragen entstehen so genannte Grätzel-Zellen, also Strom erzeugende Farbstoff-Solarzellen als klimaschonende Energiequellen. Mit diesen Grätzel-Zellen bauten die Schüler kinetische Objekte aus Propellern und Motoren. Andere entwarfen großformatige abstrakte Bilder aus Pflanzensaft. Eine weitere Gruppe hat mit Leuchtdraht experimentiert und Lichtobjekte erfunden. Alle Objekte wurden, gemeinsam mit ausgewählten Plakaten zu den Pflanzen im Eingangsbereich der Schule ausgestellt. Höhepunkt war das 10 Meter lange Lichtobjekt am Schuldach. „Das Projekt verknüpft Kunst mit nachhaltigen Entwicklungsthemen“, so Hermann Twittenhoff. Das zweite Dorstener Projekt ist die Videoreportage „Flüchtlinge in Dorsten – wie schaffen wir das?“ Dieser Film wurde von Sabine Bornemann mit Schülern der Gesamtschule Wulfen in der Zeit von Nov 2015 bis Dez 2016 gedreht und beleuchtet den Umgang mit Flüchtlingen im Norden der Flächenstadt Dorsten in den ersten Monaten ihres Aufenthalts. Die DVD ist in der Stadtinfo und im Onlineshop der Volksbank erhältlich.

„Nice to meet Jew!

„Nice to meet Jew!“

Am Montag, den 01.10.2018, kam es an der Gesamtschule Wulfen zu einer aufschlussreichen Begegnung.Im Rahmen des Programms „Brückenschlag 2018 – Gemeinsam in Dorsten als Juden, Christen, Muslime“ fand die Veranstaltung „Rent a Jew“ statt, die in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten organisiert wurde.„Rent a Jew“ ist ein Projekt, bei dem die Begegnung „zwischen jüdischen und nichtjüdischen Menschen ermöglicht“ wird. Ehrenamtliche jüdische Referent*innen, die einen „Querschnitt der vielfältigen jüdischen Bevölkerung in Deutschland“ darstellen, berichten über das Leben als Jude, liefern persönliche Einblicke und bieten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Das Ziel des Projekts ist es, „durch Dialog das oft abstrakte Bild von Juden aufzubrechen und ihnen ein Gesicht zu geben“. Es arbeitet nach dem Motto: „Sprechen Sie mit uns, nicht über uns!“

Teil nahmen zwei Kurse des elften Jahrgangs, die sich bereits vorher im Unterricht mit den Grundlagen des Judentums beschäftigt und Fragen gesammelt hatten, die sie im Laufe der Veranstaltung stellen wollten.

Die zwei Referenten, beide Mitte 20, fanden schnell einen Draht zu den Schülerinnen und Schülern. Sie starteten, indem sie ein bisschen von sich selbst erzählten und von ihrem Alltag. Bereits hierbei wurde deutlich, dass die jüdische Religion, genau wie die christliche, in unterschiedlichem Maße ausgeübt wird. Fließend ging es über zu allgemeinen Erklärungen des Judentums. Gesprochen wurde über jüdische Traditionen und Feste, aber auch über das aktuelle jüdische Leben in Deutschland. Fotos und mitgebrachte Gegenstände dienten zur Veranschaulichung und weckten einerseits Interesse, andererseits auch Verwunderung. Die gesamte Zeit über wurden Klischees nicht gescheut, sondern wie selbstverständlich angesprochen, um Vorurteile auszuräumen. Dabei begegneten die beiden Referenten diesem Thema durchaus mit Humor, witzelten beispielsweise (in Bezug zum Talmud) „Im Judentum sagt man: Zwei Personen, drei Meinungen!“

Im Anschluss an eine kurze Pause gab es eine offene Fragerunde, bei denen die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen stellen konnten. Nach einigem Zögern kam das Gespräch in Fahrt und es wurden auch ernstere Themen angesprochen. Dazu zählt beispielsweise die Meinung des Judentums über Homosexualität und die Rolle der Frau. Besonderes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler aufgrund der Aktualität vor allem am Thema Antisemitismus, wozu beide Referenten persönliche Erfahrungen teilten. Außerdem wurde sich nach erlebter Benachteiligung in der Gesellschaft erkundigt und inwieweit es Verbindungen zu Schicksalen aus dem Holocaust gäbe.

Die Schülerinnen und Schüler haben auf jeden Fall mitgenommen, dass es wichtig ist, offen über die Vergangenheit und aktuelle Konflikte zu sprechen, um ein Bewusstsein für die eigene Geschichte zu entwickeln. Außerdem wurde folgende Botschaft vermittelt: Egal welcher Religion man angehört, im Kern „sind alle einfach Menschen!“

Lea Droste