Die Gesamtschule Wulfen hat den fünften Platz des bundesweit größten Schulwettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ gewonnen. Der Leiter der Schule, Hermann Twittenhoff, die Abteilungsleiterin der Jahrgänge 9 und 10, Inge Richert, sowie die beiden Schülersprecher Jan Schonebeck und Johanna Twittenhoff freuten sich gemeinsam in Düsseldorf über die Auszeichnung von Schulministerin Sylvia Löhrmann. Über 500 Bewerbungen waren eingegangen. Der Wettbewerb prämiert die herausragende Arbeit, die diese Schulen bei der Vorbereitung auf die Berufswelt leisten und wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt. „Die prämierten Schulen gestalten ihre pädagogische Arbeit so, dass alle Jugendlichen bestmöglich individuell gefördert werden und ihre Stärken entfalten können. Sie sind nicht nur Lern-, sondern auch Lebensorte. Durch die Netzwerkarbeit können die hervorragenden Konzepte der Schulen, gerade in den Bereichen Sprachförderung und Inklusion, auch weiteren Schulen zugutekommen“, so Ministerin Löhrmann, die den Wettbewerb in NRW unterstützt. Read more

Wer meint, dass Holocaust und Hoffnung nicht zusammenpassende Wörter sind, den belehrte Halina Birenbaum im Forum der Gesamtschule Wulfen eines Besseren. Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus war die Holocaust-Überlebende einer Einladung der Schule gefolgt und erzählte den zahlreich erschienenen, jungen Schülern aus den Jahrgangsstufen 10 bis 13 in beeindruckender Weise von ihrer schicksalträchtigen Geschichte. Begleitet wurde sie von ihrer Enkelin Yael Birenbaum.
Halina Birenbaum lächelte kurz. Dann begann sie ohne Bitterkeit zu sprechen, während die Zuhörer regelrecht an ihren Lippen hingen: „Die Vermittlung der Wahrheit über Auschwitz ist eine große Lehre, eine große Antwortsuche. Man fragt mich immer wieder, woher ich die Kraft schöpfe, mich mit diesen grausamen Erinnerungen und den Schauplätzen der Vernichtung auseinanderzusetzen. Ob diese keine negative Wirkung auf mich haben? Wie es dazu kam, dass die Deutschen so geworden sind, und ob andere heute auch zu solchen Menschen werden könnten?“ Das Gute und die Liebe könnten in jedem Menschen entstehen, genauso wie das Böse bei jedem Menschen zutage treten könne, unabhängig von seiner Herkunft, Konfession, Religiosität. Davon habe sie sich mehrmals in ihrem Leben überzeugen können.

Für sein langjähriges Engagement als  Schulleiter dankten dem ehemaligen Direktor Hans Kratz die gesamte Schulgemeinschaft und die Elternschaft der Gesamtschule Wulfen. Sie pflanzten zu seinen Ehren hinter den Sportanlagen der GSW eine Winterlinde, den Baum des Jahres 2016.
„Die Winterlinde wird bis zu 20 Meter hoch und sie kann bis zu 1000 Jahre alt werden“, sagte Christian Dziabel als Vertreter des Lehrerrats. „Ihre großen Blätter und ihr hoher Wuchs geben so viel Schatten, dass diese Bäume früher häufig an Tanzstätten oder kultischen Orten angepflanzt wurden.“ Hermann Twittenhoff, der Nachfolger von Hans Kratz, sieht in der langen Lebensdauer der Winterlinde eine Parallele zum Wirken von Hans Kratz in Wulfen. Dieser habe sich stets für Nachhaltigkeit auf der Unterrichtsebene im Hinblick auf konkrete Themen, Fragestellungen und Projektvorhaben  in  der Schule eingesetzt. „Werte sollten nach dem Bildungsverständnis von Hans Kratz nicht nur vermittelt, sondern im aktiven Lernprozess erworben, gefestigt, hinterfragt und weiterentwickelt werden“, so Hermann Twittenhoff während der Pflanzaktion. Diese Nachhaltigkeit verknüpfe auch die Forderung nach Gerechtigkeit gegenüber nachfolgenden Generationen mit der Forderung nach globaler Gerechtigkeit zwischen den heute lebenden Menschen. Hans Kratz war sichtlich gerührt und meinte: „In der Schule kommt der Nachhaltigkeit eine bedeutsame Rolle als Navigationsinstrument und Wertemaßstab für ein selbstbestimmtes Leben zu. Je früher Kinder an Themen und Probleme der nachhaltigen Entwicklung herangeführt werden, desto selbstverständlicher wird ihr späterer kritischer und engagierter Umgang mit den großen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit werden, um verantwortungsvoll die Zukunft mitgestalten zu können.“

„Deutschland ist ein sicheres Land“, so fasste Haroon (29) aus Afghanistan seine Einschätzung bei der Ausstellungseröffnung „Gesichter einer Flucht“ in der BiBi am See zusammen. Gut 40 Gäste hörten gespannt zu, als Haroon die Geschichte seiner Flucht erzählte. Auch Selam (23) aus Eritrea berührte die interessierten Zuhörer, als sie von ihrer Verfolgung durch das Militär berichtete. Neben diesen beiden Erzählungen sind 17 weitere im Sachbuchbereich der BiBi nachzulesen. Gertrudis Sommer, Leiterin des Asylkreises Haltern, berichtete, wie die 19 Informationsständer in Form von Roll-ups und die damit verbundenen sehr berührenden Schilderungen entstanden sind. Schüler des jetzigen Abiturjahrgangs, die das BiBi am See-Café betreiben, versorgten die Gäste mit selbst gebackenem Kuchen und Kaffee.

Drei Kinder  der GSW-Willkommensklasse erzählten neben dem, was sie erlebt haben, auch von ihren Zukunftsplänen in Deutschland und Klassenlehrerein Anna Ziora war stolz, wie schnelll und gut die drei Mädchen die deutsche Sprache erlernen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 25.01. in der BiBi am See zu sehen.

Schon lange gehört es zum Schulleben der Gesamtschule Wulfen, dass junge Menschen den Kontakt zu den Bewohnern des AWO-Seniorenheims suchen.

Jetzt kamen die Senioren einer Einladung der Gesamtschule in das Forum nach. Die Musical-AG des fünften Jahrgangs hatte das Stück „Weihnachtsfest in England“ unter Anleitung von Annegret Hüls eigens für ihre älteren Gäste geprobt und führte es auf.
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