Hau Rein – Bergbauprojekt

Gesamtschule Wulfen belegt 2. Platz

Wulfen. Vier Jahre lang hatte sich eine neunköpfige Projektgruppe mit Schülern der Gesamtschule Wulfen aus den Jahrgängen 7 bis 10 unter Leitung von Sabine Bornemann mit dem Bergbau in Dorsten beschäftigt. „Daraus sind eine interaktive Multimedia-DVD und eine Videoreportage entstanden“, freute sich Schulleiter Hermann Twittenhoff. Und umso mehr, weil dieses große Engagement beim „7. Forum Geschichtskultur“ auf der Zeche Zollverein in Essen mit dem zweiten Preis belohnt wurde. „900 Euro dürfen wir mit nach Hause nehmen“, so Hermann Twittenhoff weiter. Das Geld soll in weitere Medienprojekte der Gesamtschule Wulfen fließen. 

Mit ihren ehemaligen Siebtklässlern schickte die Gesamtschule Wulfen die jüngsten aller Teilnehmer ins Rennen. Der Älteste war 85 Jahre alt und hatte eine Autobiografie eingereicht. 324 Einsendungen sind von der Jury in 13 Kategorien bewertet worden. Auch renommierte Professoren, wissenschaftliche Arbeiten, Literaten und Musiker wurden hier ausgezeichnet. Das Interesse am Bergbau schien trotz der Schließung der beiden letzten Schachtanlagen in 2018 ungebrochen zu sein. Die Bergbauprojekte der Gesamtschule Wulfen passten genau zu der Wettbewerbsausschreibung „Hau rein! – Bergbau im Ruhrgebiet. Alltag, Wissen. Wandel“.

Die Multimediapräsentation beschreibt die Geschichte der drei Dorstener Zechen Baldur, Fürst Leopold und Wulfen von der ersten Abteufe 1913 bis zur endgültigen Einstellung der Förderung 2001. „Darin enthalten sind zahlreiche Zeitzeugeninterviews als Videosequenzen und mehr als 2.400 Fotos mit Texten auf 422 Bildschirmseiten. Die Reportage widmet sich dem Strukturwandel nach dem Auslaufen des Bergbaus in Hervest“, erklärt Sabine Bornemann. Ausgehend von der Extraschicht 2011 und dem WDR-Radiotag auf der leeren Zechenbrache werden die Sanierung des Geländes, das Projekt „Soziale Stadt Hervest“, das Engagement des Vereins für Bergbau, Industrie und Sozialgeschichte und die Entwicklung eines „Kreativquartiers“ bis hin zum Bau des neuen Jugendzentrums „Das Leo“ begleitet. Das Schulprojekt wurde unterstützt und gefördert aus dem NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“, von der RAG-Stiftung, aus dem „Bürgerfonds Hervest“ und vom Bergbauverein. Beide DVDs sind in der Dorstener Stadtinfo und im Online-Shop der Volksbank unter www.shop.vb-dorsten.de für 10 Euro erhältlich.

Projektgruppe „GSW-Werbeagentur“

Unter dem Thema „Unser Traum von einer Werbeagentur“ beschäftigte sich eine Gruppe von Schüler/innen in der Projektwoche mit einer Werbekampagne zum Thema „Gesichter der GSW – Gemeinsam Stark Weltoffen“. Die Idee dahinter war es die bunte Vielfalt der Menschen an der Gesamtschule Wulfen dazu zu nutzen, eine Kampagne für Toleranz und gegen Vorurteile auf die Beine zu stellen.

Gearbeitet wurde in einer Projektgruppe bestehend aus den Jahrgängen 9 – 12. Die Projektwoche war nur ein Anfang meint der Initiator Martin Reuer. In Zukunft werden wir mit unterschiedlichen kreativen Bereichen an der GSW weitere Projekte angehen. Ziel ist es eine richtige kleine Werbeagentur an der Gesamtschule zu haben, die sich mit unterschiedlichen Projekten beschäftigen wird.

GSW Kampagne "Gemeinsam Stark Weltoffen"

Streik im Öffentlichen Dienst am 10.04.2018

Sehr geehrte Eltern,

am morgigen Dienstag, den 10.04.2018, entfallen durch den Streik im Öffentlichen Dienst alle Busverbindungen zur Schule, und zwar vor und nach dem Unterricht.

Unterricht wird im Haus normal stattfinden.

Sie entscheiden als Eltern, ob und wie Sie Ihr Kind zur Schule bringen.

Mit freundlichen Grüßen,

H. Twittenhoff

 

Einsatz für Demokratie lohnt sich

Wulfen/Berlin. Populistische Parteien verzeichnen einen enormen Zulauf, Millionen Geflüchtete suchen Asyl in Europa, einzelne junge Menschen radikalisieren sich, eine rechtspopulistische Partei wird drittgrößte Kraft im Bundestag. „Diese Entwicklungen lassen auch unsere Schüler nicht unberührt“, sagte Hermann Twittenhoff, Leiter der Gesamtschule Wulfen. Und weiter: „Schule muss daher Raum für kontroverse Diskussionen bieten. Sie muss jungen Menschen demokratische Werte mit auf den Weg geben, Beteiligungsmöglichkeiten aufzeigen und Politik erlebbar machen.“ Deshalb besuchten Philip Szukowski, Henner Zobec, Niels Lohbreier und Johanna Twittenhof vom Sprechergremium der Schülervertretung die Friedrich Ebert-Stiftung in Berlin. Verbindungslehrer Niels Kohlhaas und der Schulleiter begleiteten ihre Schützlinge in die Bundeshauptstadt zu der Konferenz „Populismus, Fake News, Lügenpresse – Herausforderun­gen politischer Bildung an Schulen“, zu der bundesweit eingeladen wurde. Das Team der Gesamtschule Wulfen gestaltete das Programm mit, indem es seine erfolgreiche Arbeit hier vor Ort als Good-Practice-Beispiel „Mitbe­stimmung durch starke Schülervertretungen“ vorstellte und dem Publikum Fragen beantwortete.

„Wir haben mit Vertretern aus Schule, Politik und verschiedenen Bildungssystemen darüber diskutiert, wie politische Bildung gestaltet werden sollte, um auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können“, so Niels Kohlhaas. Inhaltlich ging es auch darum, wie politische Bildung heute an der Schule vermittelt wird und welchen Stellenwert sie hat. Er wurde darüber nachgedacht, ob in der politischen Bildung angesichts aktueller Herausfor­derungen, wie zum Beispiel der Zunahme populistischer Tendenzen, neue Akzente gesetzt werden müssen. „Für uns war die Teilnahme auch deshalb so interessant“, erklärte Philip Szukowski, „weil wir noch einmal mehr erfahren haben, wie wichtig unsere Arbeit ist, und dass sich unser Einsatz für Demokratie und Mitbestimmung für alle auszahlt.“