Der schleichende Übergang von der Demokratie zur Diktatur

Uli Hengemühle stellte neues Buch vor.

Mit großem Applaus dankten die fast 50 Geschichtsinteressierten dem ehemaligen Gesamtschullehrer aus Wulfen, Uli Hengemühle, für seine Lesung   aus seinem neuen Buch "Reken zwischen 1900 und 1945". Unter den Besuchern waren auch Vertreter der Heimatvereine Reken und Wulfen. Der frühere Geschichtslehrer informierte versiert über den Aufstieg der NSDAP im Westmünsterland.

Uli Hengemühle hatte im Januar ein Buch mit dem Titel "Reken zwischen 1900 und 1945" veröffentlicht und war hinsichtlich des großen Interesses selbst erstaunt: "Über 500 Exemplare wurden schon verkauft. Eine zweite Auflage musste schon gedruckt werden", freute sich der Wahl-Rekener.

Uli Hengemühle hatte über ein Jahr in verschiedenen Archiven geforscht. Besonders eindrucksvoll gelang es ihm darzustellen, wie es durch die schweigende Zustimmung der Mehrheit einige wenige schafften, einen NSDAP-Ortsverband im mehrheitlich zentrumsregierten Reken zu etablieren und so den schleichenden Übergang von einer Republik zu einer Dikatur ermöglichten. Er verwies auch auf ältere Forschungsergebnisse, etwa auf die Reihe "Dorsten unterm Hakenkreuz", in der ähnliche Entwicklungen für den Dorstener Raum nachgewiesen wurden. Nach dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der die Zuhörer sich deutlich für die Stärkung und den Erhalt der Demokratie positionierten.